Pflegehinweise Drosera capensis

Drosera capensis gehört – neben Drosera aliciae (Kulturhinweise: Link) – zu der am häufigsten vorkommenden Art in deutschen Wohnungen. Man kann sie beinahe zu jeder Jahreszeit im Baumarkt erstehen, wobei die Qualität nur selten gut ist. Häufig ist die Pflanze vertrocknet, von Schädlingen befallen oder ist stark verkümmert mit kleinen Blättern.

Drosera Sonnentau Karnivoren für Anfänger
Drosera capensis / Cap-Sonnentau

Natürlicher Standort

Bereits 1738 wurde diese Pflanze in Burman’s Buch „Afrikanische Pflanzen“ beschrieben. Wie der Name capensis, Kap-Sonnentau oder die englische Variante Cape Sundew eindeutig aufzeigen: diese fleischfressende Pflanze stammt aus Südafrika. Der genaue Standort sind Sümpfe und Seen in der Fynbos Landschaft des südwestlichen Kaps. Im Sommer beträgt die durchschnittliche Temperatur 20 bis 30 Grad Celsius (wobei der Boden teilweise austrocknet) und im Winter 10 bis 15 grad Celsius. Im Gebiet Garciapass ist auch die Art Drosera aliciae anzutreffen.

Pflanzenbeschreibung

Drosera capensis ist eine mehrjährige, sehr robuste Pflanze, die einen Durchmesser von 18 bis 25 cm und eine Höhe von 15 bis 20 cm erreichen kann. Die Pflanze bildet nur kurze, holzige Stämme aus. Exemplare, die sehr hoch wachsen, leiden unter Lichtmangel.

Die bis zu 7 cm langen Tentakel besitzen eine grünrote bis braunrote Färbung und bilden glänzende, zähe und klebrige Tropfen. Es gibt verschiedene Unterarten, z.B. Drosera capensis ‚alba, die immer grün bleibt und eine weiße Färbung besitzt. Die Tentakel bewegen sich, sobald ein Insekt gefangen wurde, langsam zum Opfer hin und umschließen es. Am Morgen sind die Tropfen besonders groß und es können sogar große Insekten gefangen werden.

Die Blütezeit ist in der freien Natur im Sommer, in Kultur werden Blüten am laufenden Band gebildet. Die Blütenstängel werden bis zu 30 cm hoch und tragen am Ende 10 – 15 Blüten. Die Blüten sind sowohl autogam als auch kleistogam. Das bedeutet, dass sie sich sogar bei geschlossenen Blüten selbst befruchten.

Kultur

Wenn es eine perfekte Anfängerpflanze gibt, dann ist es Drosera capensis. Die Pflanze kann das ganze Jahr im Zimmer kultiviert werden. Im Winter sollte sie aber etwas kühler gehalten werden, um der Pflanze eine Wachstumspause zu ermöglichen.

Der Kap-Sonnentau benötigt viel direktes Sonnenlicht. Ansonsten färben sich die Tentakel nicht rot und die Pflanze bildet missgebildete Blätter.

Im Sommer will die Pflanze am liebsten nach draußen. Jedoch braucht sie eine kurze Eingewöhnung an die Sonnenintensität, da sie ansonsten verbrennen könnte. 20 – 25 Grad Celsius sind die optimale Tagestemperatur aber es werden auch Temperaturen über 35 Grad ausgehalten. Pflanzen, die die meiste Zeit außerhalb der Wohnung kultiviert werden, vertragen Minimaltemperaturen bis 5 Grad Celsius.

Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 50 und 70% betragen und gegossen wird wie immer nur im Anstauverfahren. Drosera capensis verträgt – wie alle Karnivoren – nur Regenwasser, Osmosewasser oder destilliertes Wasser.

Zur Messung der Luftfeuchtigkeit nutze ich dieses kleine Messgerät: ThermoPro TP50. Es hat sich sowohl draußen im Gewächshaus, als auch innerhalb der Wohnung bewährt und liefert zuverlässig Daten für kleines Geld.

Eine Sand-Torf oder Torf-Perlit-Mischung eignet sich hervorragend als Substrat.

Vermehrung

Drosera capensis lässt sich sehr einfach aus Samen, Wurzel- aber auch Blattstecklingen vermehren.

Die Vermehrung über Samen erfolgt wie bei den meisten Drosera Arten wie folgt: Der Torf sollte feucht sein. Die Samen werden einfach über das Substrat verteilt und liegengelassen. Da Drosera Lichtkeimer sind, sollte man den Samen nicht mit Substrat abdecken. Den Behälter mit den Samen stellt man dann an einen hellen Ort mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Ideal hierfür eignet sich unser Anzuchtgewächshaus, welches im Shop erhältlich ist.

Bei der Vermehrung über Blattstecklinge trennt man einfach ein Blatt an der Mutterpflanze ab, teilt es in 1 cm große Stücke und legt dieses auf feuchtes Substrat. Die Tentakel müssen dabei nach oben zeigen. Nach ein paar Wochen bilden sich auf der Blattoberseite kleine neue Pflanzen.

Die Vermehrung über Wurzelstecklinge ist ebenso einfach. Der Mutterpflanze werden dabei ein paar kleine Stücke der Wurzel abgeschnitten, auf die Oberfläche eines mit Torf gefüllten Substrats gelegt und leicht mit weiterem Substrat abgedeckt. Nach ein paar Wochen bilden sich neue Pflänzchen an der Oberfläche.

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