Fleischfressende Pflanzen richtig gießen

Das Gießen unserer Lieblinge stellt viele Anfänger vor viele Fragen. Dass es eigentlich gar nicht kompliziert ist, versuche ich in diesem Beitrag zu erklären.

Sümpfe, Moore und andere Feuchtgebiete sind die Lebensbedingungen unserer Karnivoren und sollten daher immer feucht gehalten werden. Wie bereits in diesem Beitrag geschrieben [Welches Wasser für fleischfressende Pflanzen?], darf nur mit geeignetem Wasser gegossen werden. Dazu zählt Regenwasser, destilliertes- und Osmosewasser, wobei erst genanntes zu bevorzugen ist. Wie man Osmosewasser herstellt, erkläre ich in diesem Artikel [Osmosewasser herstellen].

Leitungswasser ist völlig ungeeignet, denn es enthält neben Kalk noch weitere Mineralstoffe. Mit der Zeit erhöht sich die Konzentration im Substrat, der pH-Wert steigt und die Pflanze stirbt kurzfristig. Abgekochtes Leitungswasser macht hierbei keinen Unterschied.

Im äußersten Notfall kann man mit Leitungswasser gießen. Das Substrat sollte jedoch danach möglichst schnell ausgetauscht werden.
Sarracenia venosa Anstauverfahren

Die richtige Gießtechnik

Als Gießtechnik hat sich das Anstauverfahren bewährt. Die Pflanze im Topf steht dabei in einem Untersetzer mit mindestens zwei Zentimetern Wasser. Ist das Wasser verbraucht, wird Wasser nachgegossen. Aber in den Untersetzer und nicht von oben. Das würde mit der Zeit das Substrat verdichten. Ein weiterer Vorteil des Anstauverfahrens ist, dass das Wasser verdunstet und aufsteigt. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit in der unmittelbaren Umgebung der Pflanze.

Einige fleischfressende Pflanzen können jedoch nicht mit dem oben genannten Verfahren gegossen werden. Das Substrat von Nepenthes beispielsweise darf gerne ab und an austrocknen.

Gießen im Winter

Im Winter sollte allerdings eine Überwässerung vermieden werden. Ein bis zwei Tage sollte gar nicht gegossen werden, damit die Pflanze ausreichend belüftet wird, um Fäulnisprozesse zu vermeiden. Auch ist eine stetige Umwälzung der Luft notwendig. Ansonsten fängt das Substrat an zu schimmeln. Dieser Schimmel könnte auf die Pflanze übergreifen und diese schwächen.

Winterharte Arten, die außerhalb der Wohnung überwintern, sollten in den Wintermonaten nur mäßig gegossen werden. Austrocknen darf das Substrat dennoch nicht.

Das mexikanische Fettkraut, welches an seinem natürlichen Standort heiße Trockenzeiten überstehen muss, wird im Winter gar nicht gegossen.

Entscheidend ist sich über die Bedürfnisse der Karnivoren, hinsichtlich der optimalen Bewässerung, ausführlich zu informieren.

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